FileMaker 2026 ist da: Was die neue Version für Unternehmen bedeutet

Mit FileMaker 2026 hat Claris eine neue Hauptversion seiner bewährten Low-Code-Plattform veröffentlicht. Grundlage dieser Zusammenfassung sind die offiziellen Release Notes zu FileMaker Pro 2026 und FileMaker Server 2026.

Die offensichtlichste Änderung sieht man bereits am Namen: Die Produktbezeichnung und die interne Versionsnummer passen nun wieder zusammen. FileMaker 2026 trägt intern die Hauptversionsnummer 26. Damit endet die bisherige Unschärfe zwischen Jahresbezeichnung und technischer Versionsnummer.

Für Anwenderinnen und Anwender ist das Update vor allem durch Verbesserungen bei Bedienung, Stabilität, PDF-Funktionen und KI interessant. Für Unternehmen und Entscheider stehen Themen wie Sicherheit, Verfügbarkeit, Server-Betrieb, Integration und Zukunftsfähigkeit im Vordergrund.

Mehr KI-Funktionen in FileMaker

FileMaker 2026 baut die im Vorjahr eingeführten KI-Möglichkeiten weiter aus. Neu ist unter anderem, dass FileMaker Bilder automatisch beschreiben lassen kann. Solche Bildbeschreibungen können direkt in Felder oder Variablen geschrieben werden.

Das ist zum Beispiel interessant für Bildarchive, Produktdatenbanken, Dokumentationssysteme oder jede Lösung, in der Bilder nicht nur gespeichert, sondern auch inhaltlich erschlossen werden sollen.

Außerdem unterstützt FileMaker nun Google Gemini als AI model provider für Textgenerierung und Embeddings. Damit wird die Auswahl an KI-Diensten größer, und Unternehmen können flexibler entscheiden, welche Anbieter sie in ihre FileMaker-Lösungen integrieren möchten.

Für Entwickler gibt es zusätzliche Möglichkeiten, Felder für KI-Anwendungen besser zu beschreiben. Dadurch kann ein AI model besser verstehen, welche fachliche Bedeutung ein Feld hat. Das ist besonders wichtig bei Funktionen wie Natural Language Find oder Natural Language SQL.

Neue Möglichkeiten für PDF-Workflows

Ein großer praktischer Fortschritt betrifft PDF-Dateien. FileMaker 2026 bringt neue Script Steps zum Erstellen, Öffnen, Anhängen, Schließen und Drucken von PDFs.

Damit lassen sich PDF-Prozesse deutlich flexibler automatisieren. Berichte, Angebote, Lieferscheine, technische Dokumentationen oder Sammel-PDFs können gezielter aus einer FileMaker-Lösung heraus erzeugt werden.

Bisher mussten für manche dieser Aufgaben externe Werkzeuge, Plug-ins oder umständliche Workarounds eingesetzt werden. FileMaker 2026 erweitert hier die Bordmittel der Plattform.

Verbesserungen für die tägliche Arbeit

Auch im Alltag gibt es mehrere kleine, aber nützliche Verbesserungen. Container Fields unterstützen nun WebP-Bilder. Dieses moderne Bildformat ist im Web weit verbreitet und erlaubt oft kleinere Dateien bei guter Bildqualität.

Der Script Workspace wurde verbessert. Zusammenhängende Comments und deaktivierte Script Steps können nun ein- und ausgeklappt werden. Das macht umfangreiche Scripts übersichtlicher.

Auf dem Mac gibt es im Layout mode einen neuen Inspector, der sich stärker auf die jeweils relevanten Einstellungen konzentriert. Das kann die Arbeit an Layouts übersichtlicher machen.

Auch Dialoge und einzelne Bedienbereiche wurden verbessert, etwa bei Custom Dialogs, Sortieroptionen, Importen und der Anzeige von Produktankündigungen.

Besserer Umgang mit Konfigurationen

Neu ist ein sogenannter Persistent Data Store. Damit können feste Werte direkt in einer FileMaker-Datei gespeichert werden, ohne dafür normale Datensätze verwenden zu müssen.

Das eignet sich zum Beispiel für App-Versionen, feste Konfigurationen, JavaScript-Bibliotheken, KI-Prompts oder Einstellungen von Add-ons.

Für professionell entwickelte FileMaker-Lösungen ist das eine interessante Erweiterung, weil bestimmte technische oder organisatorische Informationen sauberer verwaltet werden können.

FileMaker Server 2026: Mehr Sicherheit und Verfügbarkeit

Für Unternehmen besonders wichtig sind die Neuerungen in FileMaker Server 2026. Eine zentrale Neuerung ist die Unterstützung eines Standby Servers.

Ein Standby Server kann so vorbereitet werden, dass er im Ausfallfall die Rolle des primären Servers übernehmen kann. Damit wird FileMaker für Umgebungen interessanter, in denen hohe Verfügbarkeit und geringere Ausfallzeiten wichtig sind.

Außerdem gibt es neue Möglichkeiten für Remote Backup. FileMaker Server kann Datenbanken aus den vorgesehenen Datenbankordnern auf ein entferntes Laufwerk sichern. Das unterstützt bessere Backup-Strategien und kann zur Absicherung gegen lokale Ausfälle beitragen.

Verbesserungen bei WebDirect

Auch FileMaker WebDirect wurde weiter verbessert. Dazu gehören Fortschritte bei Barrierefreiheit, Bedienung im Browser und Performance in bestimmten Situationen.

Einfügevorgänge werden nun clientseitig behandelt, was die Reaktionszeit beim Einfügen von Inhalten verbessern kann. Außerdem lässt sich besser konfigurieren, wann Benutzerinnen und Benutzer vor dem Ablauf ihrer WebDirect-Sitzung gewarnt werden.

Für Unternehmen, die FileMaker-Lösungen über den Browser bereitstellen, sind solche Verbesserungen besonders relevant.

Mehr Leistung auf dem Server

FileMaker Server 2026 kann mehrere FileMaker Script Engine-Prozesse parallel auf derselben Maschine ausführen. Auf leistungsfähigen Servern mit vielen CPU-Kernen kann das die Verarbeitung serverseitiger Scripts verbessern.

Außerdem versucht FileMaker Server bestimmte Dienste automatisch neu zu starten, wenn sie unerwartet beendet werden. Dazu gehören FileMaker Data API, OData und die Web Publishing Engine.

Solche Änderungen sind nicht unbedingt sichtbar für Endanwender, können aber im Betrieb für mehr Stabilität sorgen.

Modernere Integration und Authentifizierung

Bei der Authentifizierung gibt es ebenfalls wichtige Verbesserungen. FileMaker Server unterstützt nun modernere OAuth-Szenarien, darunter PKCE für OAuth beziehungsweise OAuth 2.1.

Das erleichtert die Integration mit modernen Identity Providern und Web-Anwendungen. Für Unternehmen, die zentrale Benutzerverwaltung, Single Sign-On oder externe Authentifizierung einsetzen, ist das ein wichtiger Schritt.

Auch OData wurde erweitert. Metadaten können nun zusätzliche Informationen wie Tabellenkommentare, Feldkommentare und KI-Annotationen enthalten. Das kann Integrationen mit anderen Systemen und KI-gestützte Auswertungen erleichtern.

Wichtige Hinweise vor dem Update

Ein Update auf FileMaker 2026 sollte geplant und getestet werden. Besonders wichtig ist die Abstimmung zwischen FileMaker Pro und FileMaker Server.

Wer noch mit einem älteren Server arbeitet, sollte nicht einfach alle Clients aktualisieren. Claris weist darauf hin, dass FileMaker Pro 2026 nicht vorschnell eingesetzt werden sollte, wenn der Host noch auf FileMaker Server 2024 oder älter läuft.

Auch die Betriebssystemunterstützung muss geprüft werden. FileMaker Pro 2026 unterstützt macOS 14 Sonoma nicht mehr und lässt sich nicht mehr auf macOS Ventura installieren. Auch FileMaker Server 2026 blockiert die Installation auf macOS Ventura.

Vor einem produktiven Umstieg sollten daher Server-Version, Betriebssysteme, Clients, Plug-ins, Backups und unternehmenskritische Workflows geprüft werden.

Fazit

FileMaker 2026 ist ein deutliches Plattform-Update. Die neue Version bringt nicht nur eine aufgeräumte Versionslogik, sondern auch zahlreiche Verbesserungen für moderne FileMaker-Lösungen.

Für Anwenderinnen und Anwender stehen vor allem bessere PDF-Funktionen, mehr KI-Möglichkeiten, stabilere Abläufe und Detailverbesserungen in der Bedienung im Vordergrund.

Für Unternehmen sind besonders Standby Server, Remote Backup, bessere Server-Stabilität, moderne Authentifizierung, WebDirect-Verbesserungen und erweiterte Integrationsmöglichkeiten relevant.

Wer FileMaker strategisch als zentrale Plattform für Geschäftsprozesse einsetzt, sollte FileMaker 2026 ernsthaft prüfen. Das Update sollte jedoch nicht spontan erfolgen, sondern als geplanter Versionswechsel mit Testumgebung, Backup-Konzept und Prüfung der bestehenden Lösungen.

Alle Angaben nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr.

20260609 TG

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